Geschichte

1839 Erteilung der Konzession Apotheker Hüffe
1865 Apotheker Grothe                    
1867 Apotheker Ewald Schulte                    
1904 Apotheker Otto Schulte senior
1936 Apotheker Otto Schulte junior
1976 Apotheker Wolfgang Schulte
2006 Apothekerin Nicole Lipke
 

Auch wenn die heutige Engel-Apotheke in Senden gegründet wurde, begann ein nicht unwesentlicher Teil ihrer Geschichte im Sauerland. Genauer gesagt in Kesberg bei Balve. Dort wurde am 18. Februar 1839 Ewald Georg Schulte genannt Hagen geboren. Im Mai 1867 kaufte er die Apotheke von Friedrich Gote und begründete damit eine annähernd 140-jährige Unternehmens- und Familien-Geschichte im Münsterland.

Ewald Schulte schlug das Erbe seiner Eltern aus, verzichtete auf das Gut im Sauerland und konzentrierte sich auf seinen Lebenstraum. Er wollte Apotheker werden und schaffte die Bedingungen zum Eintritt  wie die Übersetzung des „Cornelius Nepos“ und den Nachweis einer deutlichen Handschrift im Handumdrehen. Und so begann er am 1. Oktober 1852 seine Lehre bei Dr. Jehn in Geseke und legte vier Jahre später das Gehilfenexamen in Lippstadt ab. Die Kosten für das Examen waren schmackhaft, da es sich nicht um Geld, sondern lediglich um die Lieferung eines Wildschweinkopfes handelte.
Der Löwen-Apotheke in Münster folgten Stationen in Bielstein (Olpe), Solingen, Köln und Schmallenberg. In Bonn legte er sein Staatsexamen im Jahr 1862 ab und war im Anschluss noch in Neuenrade, Fredeburg, Weeren bei Hattingen, Hamburg, Wernigerode und wieder in Schmallenberg tätig.

Und dann ging es endlich nach Senden, wo er die Engel-Apotheke von Friedrich Grote übernahm. Die gab es zu diesem Zeitpunkt schon 29 Jahre und der erste Konzessionsinhaber war Apotheker Hüffe. Doch der entscheidende Schritt zu einem der Traditionsunternehmen in Senden wurde erst durch Ewald Georg Schulte gegangen. Mit seiner Ehefrau Magdalene hatte er 16 Kinder, wovon Sohn Otto nach seinem Studium in Marburg mit anschließendem Staatsexamen 1898 die Apotheke in Senden von seinem Vater übernahm. Der allerdings stand mit Rat und Tat zur Seite, wenn sein Sohn ihn fragte. Und auch die dritte Generation Apotheker mit Namen Schulte stand mit dem 1906 geborenem Enkel Otto schon in den Startlöchern. Der absolvierte seine Ausbildung wie der Großvater in der Löwen-Apotheke in Münster und studierte ab 1928 in München. Da war der Großvater gerade ein Jahr tot und der damalige Herausgeber der „Apotheker Zeitung“ schrieb über den Verstorbenen, dass er immerzu „ein reges Interesse für alle unsere Berufsangelegenheiten zeigte. Manchmal schüttelte er bedenklich den Kopf.“

Otto, der dritte Schulte als Apotheker in Senden, übernahm als 30-Jähriger 1936 die Geschicke der Firma und gab sie 1976 an seinen Sohn Wolfgang weiter. Er war der letzte aus der Apotheker-Familie Schulte und starb nur wenige Tage nachdem er die Engel-Apotheke an Nicole Lipke weitergegeben hatte.

Viele Geschichten und Geschichtchen erzählen von über 175 Jahren Engel-Apotheke. Zum Beispiel die vom vom „Giftbuch“, das von 1895 bis 1986 geführt wurde. Erster Eintrag waren am 11. Dezember 1895 „50,0 g Phosporbrei zur Rattenvertilgung“, erworben von H. Lenfers. Oder die Tatsache, dass die „Apotheke und Drogenhandlung“ im Mai 1867 nicht für den Lebensunterhalt der Familie Schulte ausreichte und man zusätzlich noch eine Strumpfweberei einrichtete.

Und schließlich kam auch noch ein Kolonialwarengeschäft dazu. Und nur etwa vier Jahrzehnte in der Vergangenheit gab es bei der Übernahme der Apotheke durch Wolfgang Schulte drei Ärzte in Senden – Dr. Josef Mangel und Dr. Eva sowie Dr. Waldemar Sabass. In Ottmarsbocholt gab es damals noch keine Apotheke und so wurden die Rezepte zu einer Sammelstelle gebracht, von Werner Klemmer eingesammelt, bei der Engel-Apotheke eingelöst und anschließend im Ortsteil wieder verteilt. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten, ja fast zwei Jahrhunderten verändert – die Engel-Apotheke ist geblieben.

 

 

 

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